Autor: Uwe Tiedemann

FCM-Torhüter Tischer geht mit seiner schwierigen Rolle professionell um

Er lässt sich nichts anmerken: Auch wenn der auslaufende Vertrag zwischen FCM-,,Urgestein“ Matthias Tischer (30) und dem Drittliga-Aufsteiger vermutlich nicht verlängert wird, geht der Torwart mit der für ihn gewiss nicht einfachen Situation professionell um.

Magdeburg l Im Winter-Trainingslager in Spanien hatte FCM-Sportchef Mario Kallnik dem Keeper mitgeteilt, dass der Verein andere Pläne verfolgt und künftig auf einen jungen Keeper als Nummer zwei setzen will. Damit hatte Tischer nicht gerechnet. Der Stachel der Enttäuschung saß – wen wundert‘s – tief, doch er hat sich gefangen.

„Ich bin nach wie vor voll motiviert, gebe im Training richtig Gas und lasse alles Weitere auf mich zukommen. Eine Tendenz, in welche Richtung es gehen könnte, gibt es momentan absolut nicht. Ich bin nach allen Seiten offen“, versicherte der 30-Jährige, der mit seiner Haltung auch bereits so manchen Anhänger verblüfft hat: „Ich bin schon häufiger von Fans angesprochen worden. Nach dem Motto: Du musst doch für deine Zukunft planen. Aber ich sage mir: Fußball ist ein so schnelllebiges Geschäft, das sich von heute auf morgen ändern kann.“

So wie im Vorjahr, als Ti-scher hinter Jan Glinker auch die Nummer zwei war und beim 4:0 in Jena nach einer halben Stunde plötzlich doch im Tor stand, weil sich der Stammkeeper verletzt hatte. So kam „Tischi“ anschließend auch in den Genuss der Aufstiegsspiele gegen Kickers Offenbach (1:0, 3:1), des daraus folgenden Sprungs in die 3. Liga und der nicht enden wollenden Jubelarien.

Doch als Glinker wieder fit war, musste Tischer zurück ins zweite Glied. Und daran dürfte sich vermutlich auch so schnell nichts ändern, zumal die Nummer eins beim Club gerade seinen Vertrag bis 2018 verlängert hat. „Natürlich möchte ich mit 30 noch ein paar Jahre spielen, aber an der Situation kann ich im Moment nichts ändern, mich nur anbieten und bereit sein, falls der Fall X eintritt“, so der gebürtige Magdeburger.

Wie groß seine Verbundenheit zum Club ist, zeigt auch diese Aussage: „Der FCM ist mein Verein. Jedes Heimspiel ist ein Highlight, und ich werde von den Fans gefeiert. So etwas genießt man. Ich habe hier auch schon wesentlich schlechtere Zeiten erlebt.“

Sein Berater (EMD-Sports Gmbh/d. Red.), so Tischer, hört sich derzeit zwar auf dem Markt um, doch er wird kaum beim erstbesten Angebot zuschlagen: „Wenn, dann muss schon alles zusammenpassen“, bekräftigte der Schlussmann, der auch die von Kallnik ins Gespräch gebrachte Option hat, in die Vereinsarbeit eingebunden zu werden. Apropos Verein: Seit nunmehr 20 Jahren ist Tischer beim Club (1996 bis 2004 im Jugendbereich, danach Senioren) und brachte es in dieser Zeit auf 173 Punktspieleinsätze. Eine Rekordmarke, von der alle anderen Drittliga-Profis nur träumen können, die aber auch wohl nicht mehr ausgebaut werden kann.

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