Das 2:0 (0:0) des 1. FC Magdeburg gegen den Karlsruher SC bot alles, was ein Topspiel auszeichnet. Jan Glinker spielte eine Hauptrolle.

Von
Manuel Holscher

Magdeburg l Vor 22.734 Zuschauern machte der FCM einen Riesenschritt in Richtung 2. Bundesliga. Eine wichtige Rolle spielte ein Zettel.

Die Szene vor dem Elfmeter in der 87. Minute war kurios. Der FCM führte zu diesem Zeitpunkt durch das spektakuläre Weitschusstor von Philip Türpitz (69.) mit 1:0 und drohte den Sieg nach dem Foul von André Hainault an Florent Muslija noch aus der Hand zu geben.

Streit um einen Zettel

Bevor KSC-Torjäger Fabian Schleusener aber schießen konnte, gab es Streit um einen Zettel. Türpitz hatte diesen von Torwarttrainer Matthias Tischer bekommen und sollte ihn an Schlussmann Jan Glinker weitergeben. Dort standen die potenziellen Elfmeterschützen der Karlsruher und ihre Lieblingsecken drauf – auch Schleusener. „Wir machen uns im Vorfeld der Partien über die gegnerischen Elfmeterschützen Gedanken und in welche Ecke sie schießen könnten“, sagte Glinker. „Mit Hilfe des Zettels kam von Matthias der Hinweis, wohin er schießen könnte. Es hat gestimmt und es freut mich, dass ich ihn halten konnte. Die Hälfte davon geht in diesem Moment an Matthias.“

Bis der Zettel zu Glinker kam, gab es allerdings einen Streit um die wertvolle Information. „Daniel Gordon vom KSC kam angerannt und wollte uns den Zettel aus der Hand reißen“, erklärte Glinker und ergänzte mit einem Lächeln. „Ich hatte Probleme, den Zettel auseinanderzubekommen, weil er gefaltet war. Das war dann mit den Handschuhen nicht so einfach. Deshalb musste mir Philip Türpitz ein bisschen helfen. Gemeinsam haben wir es hinbekommen.“

Glinker kritisiert Tischers Schrift

Problematisch war auch die Schrift von Tischer, die der FCM-Schlussmann nur schwer entziffern konnte. „Das ist ausbaufähig, vielleicht sollte er das nächste Mal eine Schreibmaschine benutzen, dann könnte man es auch besser lesen“, sagte Glinker und lachte.

Der gehaltene Elfmeter passte zu diesem Tag, an dem alles für den FCM lief. Das Wetter stimmte, die Kulisse war am 3. Fahnentag mindestens zweitligareif und der Verlauf der Partie hatte mit viel Drama und einem Sieg gegen einen Mitkonkurrenten am Ende einiges zu bieten. „Wir genießen den Moment, wissen aber, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben“, sagte der Torhüter, der im Verlauf der Partie über Achillessehnenprobleme klagte, aber trotzdem durchhielt.

Türpitz und Beck treffen

Türpitz betonte, dass das erste Tor in dieser Partie enorm wichtig war: „Es war relativ schnell klar, dass die Mannschaft, die den ersten Treffer erzielt, den Platz wahrscheinlich als Sieger verlassen wird.“ Den Deckel drauf machte Torjäger Christian Beck, der in der Nachspielzeit vom eingewechselten Felix Lohkemper bedient wurde.

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