Beim FCM steht wieder die Null

Auf dem Weg der kleinen Schritte ist der 1. FC Magdeburg durch das 0:0 gegen Bochum wieder ein Stückchen vorangekommen.

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Magdeburg l Abwehrspieler haben es im Fußball oft nicht leicht. Sie stehen meist nur im Fokus, wenn sie Fehler machen. Viel häufiger stehen dagegen die Offensivspieler, die Torschützen im Mittelpunkt.

Nach dem FCM-Spiel gegen Bochum war das anders. Gefragt waren vor allem die Innenverteidiger Steffen Schäfer und Tobias Müller. Aus gutem Grund: Die Dreierkette mit Schäfer, Müller und Abwehrchef Dennis Erdmann überzeugte gegen die spielstarken Bochumer. Sie ließen kaum Chancen zu, hielten den Gegner über weite Strecken des Spiels vom eigenen Tor fern. FCM-Trainer Michael Oenning war deshalb auch zufrieden: „Ich bin froh, dass wir zu Null gespielt haben. Wir waren wesentlich stabiler und klarer als zuletzt – gerade auch bei Standards.“

Zum vierten Mal ohne Gegentreffer

Dass Oenning sich so sehr über ein Spiel ohne Gegentreffer freut, hat einen Grund. Mit 27 kassierten Toren hat der FCM nach Ingolstadt (31) momentan die zweitschwächste Defensive der 2. Liga. Das letzte Mal ohne Gegentreffer blieb das Team am 30. September beim 1:0 in Sandhausen – dem bisher einzigen Saisonsieg. Zu Null spielte der Club ansonsten noch zweimal – beim 0:0 am zweiten Spieltag in Aue und beim gleichen Ergebnis am fünften Spieltag gegen Bielefeld

Ein Erfolgsrezept für die wiedergefundene Stabilität ist Kontinuität. Erdmann, Schäfer und Müller spielten zum zweiten Mal in Folge in dieser Konstellation zusammen. Unter Ex-Trainer Jens Härtel wurde die Defensivreihe von Spieltag zu Spieltag sehr oft gewechselt. Oenning hat sich aber wohl erst mal auf sein Trio festgelegt. „Für uns war es wichtig, dass wir nach zwei Spielen mit sechs Gegentoren mal wieder zu Null gespielt haben“, sagt auch Innenverteidiger Tobias Müller. Und: „Das Spiel gegen Bochum war ein Schritt in die richtige Richtung. Darauf müssen wir aufbauen.“

Müller betont, dass es den Defensivspielern im 3-5-2-System guttut, häufiger in der gleichen Formation zusammenzuspielen. „Es ist natürlich immer von Vorteil, wenn man in einen Rhythmus kommt und weiß, welche Stärken und Schwächen der Nebenmann hat. Die Abstimmung ist dann besser“, sagt er. Und er ist überzeugt, dass das aktuelle Trio gut zusammenpasst: „Dennis Erdmann ist in der Mitte sehr lautstark. Steffen und ich müssen noch etwas mehr aus uns herauskommen. Es ist deshalb aber gut, dass Dennis in der Mitte der Organisator ist. Wir sind die beiden Absicherungsspieler.“

Müller trat gegen Bochum auch offensiv in Erscheinung: Nach gut einer Stunde sprintete er nach vorne, passte aber nicht ganz sauber auf Felix Lohkemper: „Ich hätte noch ein, zwei Schritte weitergehen und den Pass auf Felix steiler spielen können. Dann hätte er eine bessere Position zum Schießen gehabt. Vielleicht hätte er den Ball aber auch noch querlegen können.“

Fakt ist trotzdem: Auch Abwehrkollege Steffen Schäfer sieht den FCM insgesamt auf dem richtigen Weg. „Wir hatten gegen Bochum gerade in der zweiten Halbzeit viele Chancen. Wir hätten die Partie gewinnen können“, sagt er. Denn: „Wir haben gesehen, dass wir es können. Das lässt mich positiv in die Zukunft blicken.“

Keine Angst vor dem Restprogramm

Vom Restprogramm in diesem Jahr, der FCM spielt noch gegen den 1. FC Union Berlin, beim 1. FC Köln und beim FC St. Pauli, lässt sich Tobias Müller unterdessen nicht verunsichern. „In der 2. Liga sind auch gute Mannschaften schlagbar, das hat man in dieser Saison immer wieder gesehen“, betont er. Und: „Wir werden bestimmt nicht die weiße Fahne hissen. Wir brauchen die Punkte. Es ist egal, gegen wen wir jetzt spielen.“

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