Der schlechte Zustand des Rasens in der MDCC-Arena hat die Verantwortlichen und Spieler vom 1. FC Magdeburg alarmiert.

Von
Manuel Holscher

Magdeburg l Am Montag waren gleich sechs Mitarbeiter auf dem Rasen der MDCC-Arena und versuchten, ein paar Löcher zu stopfen und einige Stellen zu lockern.

Der Zustand des Platzes hat am Sonnabend vor, während und nach dem Heimspiel gegen Meppen für Aufsehen gesorgt. „Auf dem Platz wurde wochenlang nicht gespielt. Er sah aber so aus, als wenn hier gleich mehrere Mannschaften jeden Tag drauf gewesen wären“, ärgerte sich Mittelfeldspieler Nils Butzen. „Ich wollte einen normalen Pass spielen, da ist mir der Ball gegen das Knie gesprungen. Die Verhältnisse waren sehr schwierig.“ Auch Stürmer Christian Beck war genervt. „Der Platz war sehr schlecht. Ich weiß nicht, was da passiert ist. Es war kaum möglich, darauf Fußball zu spielen.“ Dennis Erdmann brachte es in der Volksstimme auf den Punkt: „Da lagen noch Kerzen vom Weihnachtssingen auf dem Rasen. Ich weiß nicht, was die Leute hier machen, die sich darum kümmern müssen. Wenn ich meiner Arbeit so nachgehen würde, dann wären wir Tabellenletzter.“

Kallnik sucht das Gespräch

Auch FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik war nicht begeistert. „Wir haben im Winter immer über den Platz diskutieren. Momentan ist der Zustand aber so schlecht wie noch nie“, sagt er. „Der Platzzustand hilft eher dem Gegner, wenn dieser etwas defensiver spielt.“ Kallnik betont, dass der schlechte Zustand des Rasens keinesfalls eine Ausrede für die durchwachsene Leistung gegen Meppen sein soll. „Wir müssen aber mit dem Stadionbetreiber sprechen, welche Möglichkeiten es mit den vorhandenen finanziellen Mitteln gibt, kurzfristig Verbesserungen zu erreichen“, sagt er.

Ein künstliches Beleuchtungssystem, wie es in der Bundesliga Vereine wie der FC Bayern München, der VfL Wolfsburg oder Werder Bremen haben, würde das Problem zwar beseitigen, sei aber viel zu kostspielig. Die qualitativen Unterschiede werden in der Bundesliga aber deutlich, wenn man sich den Rasen der Vereine anschaut, die dieses System nutzen und dann den Untergrund beispielsweise von Hannover 96 dagegenhält, deren Platz im Spiel gegen Wolfsburg einem Acker ähnelte. Hannover wird deshalb erneut den Rasen der HDI-Arena austauschen. Nach den Protesten von Trainer, Manager und Spielern soll die neue Spielfläche bereits vor dem nächsten Heimspiel gegen den SC Freiburg am 10. Februar verlegt sein. Der momentane Untergrund war bereits im November ausgewechselt worden.

Schüller beschwichtigt

In Magdeburg wurde der Rasen im Juni 2016 neu verlegt, Kostenpunkt damals 250 000 Euro. Im Herbst 2016 gab es bereits Probleme, als auf dem Platz zu intensiv gesandet wurde. Steffen Schüller, Geschäftsführer des Stadionbetreibers Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg GmbH (MVGM), sagte, dass es in der Winterzeit schwierig sei, schnelle Verbesserungen am Rasen vorzunehmen. In der Wachstumsphase im Frühling sei dies einfacher. Die MVGM-Mitarbeiter versuchen unterdessen, in aufwendiger Kleinarbeit, die kahlen Stellen auszubessern, damit sich den Mannschaften und Zuschauern im Heimspiel am 10. Februar gegen Preußen Münster ein besseres Bild bietet. Grün ist zumindest die Hoffnung …

Eine Antwort zu “Beim FCM ist nur die Hoffnung grün”

  1. hhhe sagt:

    warum haben viele stadien eine photovoltaik anlage auf dem dach. würde das nicht reichlich stromkosten für eine zusätzliche bestrahlung sparen? wenn ein neuer rasen 250000 kostet und nur 2 jahre hält, ein bestrahlter aber 4, könnte man die 250000 in eine solaranlage investieren. die sich schon nach 4 jahren gerechnet hat. auch bei stark bewölktem himmel kommen immer 200 watt bei einer anlage mit zehn 275 pw zusammen. was würde da wohl zusammen kommen wenn das dach der mdcc arena voll bestückt wäre.

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