Volksstimme vom 07.11.2015
Autor: Fabian Biastoch
Die geplante Ausgliederung sorgt für Unmut

Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass das Profiteam des 1. FC Magdeburg ausgegliedert werden soll. Dieser Plan sorgt weiterhin für Unruhe in Fan-Kreisen, die auch auf der Jahreshauptversammlung spürbar war.

Magdeburg l „Wenn man den angestrebten Weg kompromisslos weitergeht, ohne die Mitgliedschaft mitzunehmen, verursacht man einen bleibenden Schaden am Verein“, war aus Fankreisen des 1. FC Magdeburg zu erfahren, als es um die Thematik der Ausgliederung ging. Sie schwebte um die Jahreshauptversammlung, obwohl sie gar nicht auf der Tagesordnung stand. Das soll sich aber im kommenden Jahr ändern. „Höchstwahrscheinlich im Januar planen wir eine außerordentliche Mitgliederversammlung“, teilte Klub-Sprecher Norman Seidler auf Volksstimme-Anfrage mit. Dann sollen die Mitglieder zur geplanten Ausgliederung der Profiabteilung befragt werden.

Diese jedoch könnten die Pläne durchkreuzen. Denn die Mitglieder aus den Reihen des Block U und deren Sympathisanten plus Gegner der Ausgliederung können schnell eine Masse mobilisieren, die ausreichend groß genug ist, um dem Präsidium und Aufsichtsrat einen Strich durch die Rechnung zu machen. Dazu bräuchten sie mindestens 25 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder auf ihrer Seite. Dass sie das schaffen können, hat man bei der turnusgemäßen Wahl des Aufsichtsrats am Donnerstagabend gesehen. Die Kandidaten um Aufsichtsratschef Lutz Petermann haben allesamt eine nicht geringe Anzahl an Gegenstimmen bekommen, Thomas Mittrenga ist sogar bei der Wahl ganz durchgefallen. Da Maik Schönefeld seine Kandidatur kurzfristig zurückzog, sind nur sechs Personen in dem Gremium, statt der bisherigen sieben.

Einige Fans haben Angst, dass sich die Gegner durchsetzen werden. In Fankreisen ist bereits von einem Abstieg in die Bedeutungslosigkeit und dem „Reisen über Dorfplätze“ die Rede, sollte die Ausgliederung misslingen.

Fakt ist, dass der Verein rein rechtlich die Mitglieder nicht braucht, um die Ausgliederung über die Bühne zu bringen. „Wir werden uns aber auf gar keinen Fall über das Votum der Mitglieder hinwegsetzen“, versprach Lutz Petermann gegenüber der Volksstimme.

Der neue Aufsichtrat:

Thomas Fischbeck (Vorstand MWG-Wohnungsgenossenschaft Magdeburg), Matthias Niedung (Kandidat über Unterstützerliste), Ingolf Nitschke (Geschäftsführer Autohaus Nigari, Magdeburg), Rolf Oesterhoff (Geschäftsführer Müllheizkraftwerk Magdeburg), Lutz Petermann (Geschäftsführer FAM Förderanlagen Magdeburg und Vorsitzender des Gremiums), Ralf Peters (Finance Director Sales Centers Coca Cola)

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