Auch in der kommenden Drittliga-Saison wird Morten Behrens beim FCM zwischen den Pfosten stehen.

Von Dennis Uhlemann 

Magdeburg l Den norddeutschen Humor kann Morten Behrens wahrlich nicht verstecken. „Für mich hat das jetzt keinen Unterschied gemacht, dass ich eine andere Nummer auf dem Rücken hatte“, sagt er und schmunzelt. Zum ersten Mal ist er im Pokalspiel des 1. FC Magdeburg gegen Darmstadt (2:3) mit der Nummer eins aufgelaufen – und nicht mehr mit der Zwölf, die im Fußball klassischerweise für den Ersatztorwart vorgesehen ist.

Doch ein Ersatzmann ist Behrens beim FCM schon lange nicht mehr: Mit dem Einsatz im Pokal zeigte Thomas Hoßmang dem 23-Jährigen viel mehr, dass er eine Stammplatzgarantie hat. Der FCM-Trainer hatte im Volksstimme-Interview angegeben: „Diese Position ist sensibel, da sollte man sich klar festlegen.“

Konkurrenzkampf in der Vorbereitung

Was er damit getan hat. Nach der Vorsaison ist das aber alles andere als eine Überraschung. Der 1,93 Meter große Schlussmann spielte eine bärenstarke Saison und hat mit etlichen Paraden großen Anteil am Klassenerhalt des FCM. Dennoch hatten sich die Magdeburger in diesem Sommer mit Timon Weiner verstärkt. Der 21-Jährige wurde vom FC St. Pauli für zwei Jahre ausgeliehen. In der Vorbereitung eröffnete Hoßmang den Konkurrenzkampf, beide Torhüter kamen gleichermaßen zum Einsatz. „Wir trainieren gut zusammen und pushen uns gegenseitig“, sagt Behrens.

In der Liga ist nun aber er gesetzt. „Einen Tag vor dem Pokalspiel haben uns der Trainer und Tischi (Torwarttrainer Matthias Tischer) die Entscheidung mitgeteilt“, erzählt Behrens. „Wieder die Nummer eins zu sein, war mein Ziel und mein Anspruch. Mich freut das Vertrauen und ich möchte es jetzt zurückzahlen.“

Als Stammkeeper in eine neue Saison zu gehen, beschreibt der gebürtige Schleswig-Holsteiner als „gutes Gefühl“. Im Vorjahr saß er in den ersten sieben Ligaspielen nur auf der Bank, ehe er den im Sommer abgewanderten Alexander Brunst durch starke Leistungen im Tor ablöste. Ganz neu war ihm der Konkurrenzkampf, den er zuletzt mit Weiner führte, aber nicht. „Wir haben in der Vorsaison ja auch zwei Mal den Trainer gewechselt und da musste ich mich neu beweisen.“ Nach Stefan Krämer vertrauten aber auch Claus-Dieter Wollitz und Hoßmang dem Rechtsfuß.

Behrens kommt auf dem Platz aus sich heraus

Er selbst weiß: „Ich habe eine gute Saison gespielt.“ Und jeder FCM-Fan würde das sofort unterschreiben. Nicht nur seine Paraden retteten die Magdeburger regelmäßig, auch in Sachen Kommunikation machte Behrens einen Sprung nach vorn. Er weist seine Vorderleute lautstark an, kommt als eher schüchterner Zeitgenosse auf dem Platz voll aus sich heraus.

Doch er will sich noch weiterentwickeln: „Ich möchte weiter meine Ziele verfolgen“, sagt er und meint damit nicht nur, wieder ähnlich wenig Gegentore wie in der Vorsaison zu kassieren. Immerhin waren das bei sieben „Weißen Westen“ nur 32 Tore in 29 Drittliga-Spielen. Der Keeper will auch „mehr Verantwortung übernehmen, in allen Bereichen“. Und angesichts des Ausfalls von Abwehrchef Tobias Müller für sechs Wochen wird es für ihn noch wichtiger, seine Verteidiger von hinten zu coachen.

Wechsel spielt keine Rolle

Für seine Weiterentwicklung hat Behrens, der im Vorsommer vom HSV kam, in Magdeburg genau das richtige Umfeld. Deshalb stand auch ein Wechsel für ihn nicht zur Debatte. „Das hat für mich überhaupt keine Rolle gespielt“, verweist er auch auf seinen bis 2021 laufenden Vertrag.

Er möchte jetzt wieder eine gute Saison spielen. Als Nummer eins. Und mit der Nummer eins auf dem Rücken. „Das hat sich so ergeben“, sagt er mit Blick auf den Brunst-Abgang trocken. „Ich habe die Nummer eins gern genommen“, berichtet er. „Die Nummer hat ja doch einen symbolischen Wert für Torhüter.“ Ein kleines bisschen anders hat es sich im neuen Trikot dann vielleicht doch angefühlt.

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