Der Drittligist 1. FC Magdeburg war 2007 bis zuletzt im Aufstiegsrennen. Der damalige Keeper Christian Beer vergleicht die Situationen.

Magdeburg l Aufsteiger 1. FC Magdeburg startete im Frühjahr 2007 in der Rückrunde der Regionalliga, damals die zweigeteilte 3. Liga, eine tolle Aufholjagd. In der neu bezogenen Arena wurden u. a. Dynamo Dresden (1:0) und der 1. FC Union (3:1) geschlagen. Am letzten Spieltag hatte das Team von Trainer Dirk Heyne gegen den bereits feststehenden Staffelsieger FC St. Pauli den Aufstieg selbst in der Hand, verpasste diesen aber im Herzschlagfinale mit einem 1:1.

Christian Beer (36), der damals das FCM-Tor hütete, zwischen 1999 und 2011 insgesamt 189 Pflichtspiele für die Blau-Weißen absolvierte, erinnert sich, beschreibt den Druck, mit dem die Teams im Aufstiegsrennen umzugehen haben.

Druck wächst immer mehr

„Wir haben damals als Aufsteiger alle über dem Level gespielt. Keiner wusste, was eigentlich auf uns draufzukam. Das heutige Team hat schon ein Jahr Erfahrung, ist sicherlich gefestigter. Je weiter die Saison fortschritt, um so mehr wuchs der Druck, vor allem von außen. Für die aktuelle Mannschaft ist noch alles möglich“, so der Lehrer für Sport und Sozialkunde am Magdeburger Sportgymnasium, der nebenbei auch noch als Torwarttrainer des Frauen-Regionalligisten MFFC und Männer-Oberligisten FSV Barleben tätig ist.

„Wir haben damals den Druck ganz gut bewältigt. Dass alles auf das St. Pauli-Spiel reduziert wird, finde ich falsch. Dass uns am Ende die Luft ausging, hatte andere Gründe. Aleksandar Kotuljac rettete uns zunächst Punkte, doch konnte man ihn nicht halten. Auch andere haben vier, fünf Spiele vor Saisonende schon zu sehr an ihre persönliche Zukunft gedacht“, erinnert sich Beer, für den die dann folgende Saison viel kritischer war, weil an deren Ende die Qualifikation für die neue 3. Liga um drei Tore verpasst wurde.

Ruhe ist wichtig

Eines ist für den Ex-Keeper klar: „In dieser Stadt kann man sich sowieso nicht verstecken. Wir sind damals vor dem letzten Spiel nochmal ins Hotel nach Meisdorf gefahren. Es geht darum, dass man die Jungs möglichst in Ruhe lässt. Der Trainer kann da nicht groß was machen. Dirk Heyne predigte nur immer, nehmt euch zurück, geht nicht so viel weg.“

„Wichtig ist“, so Beer, „dass man den Druck in positive Energie, in Kraft ummünzt.“ Der gebürtige Magdeburger, der insgesamt 20 Jahre für den Club spielte, geht davon aus, dass der FCM bis zuletzt oben dabei sein wird. Sollte das gelingen, schaut er sich auf jeden Fall das letzte Punktspiel gegen Lotte in der MDCC-Arena an: „Das hat zuletzt nicht so geklappt, die Familie ging vor.“

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