Der 1. FC Magdeburg eilt weiter von Sieg zu Sieg. Bemerkenswert: Die Mannschaft gewinnt auch ohne Tore von Christian Beck.

Von
Thomas Juschus

Magdeburg l Während sich die Mannschaft des 1. FC Magdeburg noch von den knapp 15 000 Fans in der MDCC-Arena für den 4:1 (1:1)-Sieg gegen Werder Bremen II feiern ließ und Interviewfragen beantworte, verschwand Christian Beck durch den Tunnel als einer der ersten Spieler wortlos in die Kabine. Sein Gesicht sprach Bände, wechselte zwischen Wut und Verzweiflung. Zwar kennt der Drittliga-Torschützenkönig der Saison 2016/17 schon aus der Vergangenheit längere Torflauten, es ist aber die Art und Weise, die momentan am Ego kratzt. In vielen Szenen gegen Werder II wirkte der 29-Jährige wieder mehr als unglücklich – sein Tor gegen den FC Augsburg im DFB-Pokal hat den Knoten noch nicht gelöst.

„Es gibt keinen Grund, die erfolgreiche Mannschaft aus-einanderzureißen. Christian ist ein Teil davon. Er kommt weiter zu seinen Chancen. Irgendwann wird der Knoten platzen – es liegt an ihm“, sagte Trainer Jens Härtel, der Beck nach 68 Minuten „erlöste“ und für ihn Julius Düker brachte – der prompt zehn Minuten später den FCM auf die Siegerstraße brachte und im internen Duell „punktete“. Beck, gegen Werder Kapitän für den aufgrund muskulärer Probleme geschonten Marius Sowislo, scheint also weiter gesetzt. „Es tut mir fast schon ein bisschen leid, dass Julius nicht öfter von Beginn an spielt. Gerade diese Woche hatte er sehr gut trainiert“, lobte Härtel seinen Beck-„Backup“ (Sicherheitskopie).

Düker bleibt bescheiden

Düker, der im Sommer 2016 von Eintracht Braunschweig kam und noch bis Ende der Saison Vertrag hat, fügt sich weiter bescheiden in die Rolle des Edeljokers. Könnte nicht die Zeit für einen Startelf-Einsatz reif sein? „Das ist eine gute Frage, die ich aber nicht beantworten kann“, sagte der 21-Jährige, der nach seinem Tor auch gleich noch den Elfmeter zum 3:1 herausholte. „Es ist immer schwer, wenn man Woche für Woche Gas gibt, dann am Wochenende aber nicht spielen darf. Da muss ich durch, werde weiter Gas geben. Und dafür wurde ich diesmal belohnt“, freute sich Düker nach dem 4:1 gegen Bremen II „über einen gelungenen Tag“ für sich und die Mannschaft.

Die guten und engagierten Trainingsleistungen sind für Härtel einer der Schlüssel für die Erfolgsserie. Nach dem 1:4-Fehlstart in Großaspach siegte der FCM fünfmal in Folge in der 3. Liga, holte 15 Punkte bei 12:3 Toren und kletterte hinter dem SC Paderborn auf Platz zwei. „Der Leistungsdruck in der Mannschaft ist sehr hoch. Wer meint, im Training die Beine hochlegen zu können, wird von einem anderen überholt. Das ist eine gute Basis“, sagte Härtel nach dem Sieg und bekam Zustimmung von Julius Düker. „Wir sind in der Breite stärker geworden. Vielleicht ist das der Schlüssel.“ Gegen Werder fand Düker mit seinem Tor die Tür …

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