Volksstimme vom 17.08.2015
Autor: Thomas Juschus

Doppelpack beim 2:1-Heimsieg gegen den Halleschen FC / Platzverweis für Razeek

Der 1. FC Magdeburg schwimmt dank großer Leidenschaft und eines kaltblütigen Christian Beck weiter auf der Erfolgswelle. Am Sonntag gab es im Drittliga-Landesderby gegen den Halleschen FC vor fast 21 000 Zuschauern einen 2:1 (1:1)-Sieg.

Magdeburg l Die Vorzeichen waren denkbar schlecht: Schneller Rückstand, dazu fast 75 Minuten bei schwül-warmer Witterung in Unterzahl: Trotzdem hat der FCM im zweiten Drittliga-Heimspiel der Saison den zweiten Sieg gefeiert. Torjäger Christian Beck (34., 78.) brachte mit seinen Saisontoren zwei und drei den FCM auf die Siegerstraße. Auch das schnelle Gegentor nach 27 Sekunden durch Osayamen Osawe und ein unnötiger Platzverweis für Waseem Razeek (16.) konnte den Lauf des FCM nicht stoppen. Die knapp 19 000 FCM-Fans in der MDCC-Arena unterstützten die Blau-Weißen bedingungslos und durften am Ende einen verdienten Heimsieg mit der Mannschaft feiern.

„Nach 20 Minuten hätte ich nicht geglaubt, dass wir dieses Spiel verlieren können“, fasste HFC-Coach Sven Köhler die hochdramatischen und überaus spannenden 90 Minuten zusammen. Die Gäste erwischten zwar einen Blitzstart, standen aber nach dem Aus im DFB-Pokal auch im dritten Liga-Spiel der Serie wieder mit leeren Händen da. „Wir haben nur bis zum Platzverweis den Fußball gespielt, um hier zu bestehen. Danach haben wir die Zielstrebigkeit vermissen lassen und uns schwergetan“, sagte Köhler.

Natürlich hatte der HFC deutlich mehr Ballbesitz und Spielanteile, agierte aber nur selten zwingend. Lediglich bei drei Chancen für Timo Furoholm (67, 68., 70.) hätte das Spiel in Richtung der Gäste kippen können. Doch die Abwehr um den starken Torwart Jan Glinker überstand diese kurze Druckphase. Selber setzte der FCM immer wieder Nadelstiche. Nach einem Ballgewinn des eingewechselten Niklas Brandt schickte der Christian Beck auf die Reise. Der FCM-Torjäger war mit Ball schneller als Marco Engelhardt, guckte Torwart Fabian Bredlow aus, traf zum umjubelten 2:1 und versetzte Mannschaft und Stadion in Ekstase. „Ich bin gelaufen und gelaufen, war so kaputt, konnte gar nicht mehr denken und habe ihn einfach reingemacht“, beschrieb Beck die spielentscheidende Szene. Zuvor hatte der FCM-Torjäger nach einer Freistoß-Flanke von Lars Fuchs mit dem 1:1 den FCM schon zurück ins Spiel gebracht.

„Es hätte ein ganz bitterer Tag nach der ersten Viertelstunde werden können. Aber meine Mannschaft hat tolle Moral gezeigt, sich gegen alle Widerstände gewehrt. Ich bin sehr stolz“, sagte ein erleichterter FCM-Trainer Jens Härtel, dessen Mannschaft in der 3. Liga weiter ungeschlagen ist. In Unterzahl umgestellt auf ein 4-4-1-System kam die Mannschaft Stück für Stück zurück ins Spiel und hätte in der Schlussphase durch den eingewechselten Nicolas Hebisch sogar das 3:1 machen können.

Grund zum Lachen hatte nach Spielende auch wieder Waseem Razeek. Nach seinem Einsteigen gegen Osawe sah der Neuzugang früh die gelb-rote Karte. „Der Platzverweis war o.k. Die gelbe Karte kurz zuvor war aber nicht gerechtfertigt“, sagte Razeek. „Da die Jungs so viel für mich mitlaufen mussten, gebe ich mal ein Essen aus und muss natürlich in die Mannschaftkasse einzahlen.“

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