Volksstimme vom 21.12.2015
Autor: Uwe Tiedemann

FCM-Torjäger trifft beim 3:1 gegen Mainz 05 II dreimal / Gänsehaut-Stimmung in der Arena

Er schrieb noch an der Bande fleißig Autogramme, stand den Medien Rede und Antwort, erfüllte auch lange nach Spielende „Selfie-Wünsche“ – Christian Beck war nach dem 3:1 des FCM über Mainz 05 II am Sonnabend einmal mehr der „Mann des Tages“.

Magdeburg l Alle drei Tore beim siebten Heimerfolg markierte der 27-Jährige, der sein Trefferkonto damit auf 15 schraubte und mit Justin Eilers (Dynamo Dresden) in der Torschützenliste gleichzog. Von einer Kampfansage kann allerdings keine Rede sein. „Das mache ich nicht“, stellte Beck unmissverständlich klar.

Beim 1:0 profitierte „Beckus“ von einer verunglückten Kopfballabwehr des Mainzers Kapitäns Fabian Kalig, drosch den Ball volley in den Kasten (12.). Beim 2:0 verlängerte er einen Freistoß von Niklas Brandt ins lange Eck (37.). Und nach dem Anschlusstreffer durch Julian Derstroff (39.) war Beck nach Flanke von Jan Löhmannsröben ebenfalls per Kopf auch beim erlösenden 3:1 zur Stelle (68.).

Dass dem FCM-,,Knipser“ schon einmal drei Treffer in einem Spiel gelangen, liegt noch gar nicht so lange zurück. Am 22. Februar dieses Jahres traf er beim 4:0-Regionalligasieg gegen Germania Halberstadt in der 16., 43. und 49. Minute.

„Ich bin sehr, sehr glücklich. Der Sieg war mit unseren einmaligen Fans im Rücken der krönende Abschluss einer tollen Hinrunde“, sagte Beck und ergänzte: „Zehn Tore hatte ich mir zu Saisonbeginn vorgenommen. Jetzt sind es bis zur Winterpause schon 15 – Wahnsinn!“

Apropos Fans: Die FCM-Ultras hatten quasi die gesamte MDCC-Arena mit Ponchos und Spruchbändern in blau-weiß gehüllt. Die Gänsehaut-Stimmung schwappte später auch auf die anderen Zuschauer über, so dass es ein perfekter vorzeitiger Jubiläumssieg zum 50. Geburtstag wurde.

Selbst Gäste-Trainer Sandro Schwarz sprach von einer „geilen Atmosphäre“, verweigerte jedoch zu einem möglichen Trainerengagement bei RB Leipzig jeglichen Kommentar.

Dabei hatten die Gäste über weite Strecken sogar mehr vom Spiel, weil sich der FCM mit einem sehr agilen Tarek Chahed auf der linken Seite nach der schnellen Führung zurückzog und auf Konter wartete. „Mainz war spielerisch sehr stark. Wir haben eben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht“, fand auch Beck lobende Worte für den Gegner, der allerdings nur ganz selten gefährlich wurde.

Beinahe wäre Beck zu seinem dritten Tor gar nicht gekommen. Kurz vorm 3:1 hatte ihn Trainer Jens Härtel („Ich bin insgesamt hochzufrieden, es war ein überragendes Jahr. Die Jungs haben einen Superjob gemacht, wir uns als Aufsteiger auf Anhieb etabliert und kein einziges Spiel höher als mit einem Tor verloren“) nämlich gefragt, ob er ausgewechselt werden wolle und der Stürmer sinngemäß geantwortet, dass es noch ein paar Minuten ginge. In der 72. Minute war es dann aber soweit. Unter donnerndem Applaus verließ Beck das Spielfeld, machte Platz für Stürmerkollege Nicolas Hebisch, der aber einmal mehr enttäuschte und in dieser Verfassung keine Zukunft beim FCM haben dürfte.

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