Der 1. FC Magdeburg ist – Stand jetzt – mit dem SC Paderborn ein ganz heißer Kandidat für den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die Sachsen-Anhalter hielten sich zum Abschluss der Hinrunde gegen die Sportfreunde Lotte schadlos, gewannen verdient mit 2:0 und bauten ihre Siegesserie auf vier Partien aus. Als ärgster Verfolger von Herbstmeister Paderborn – einzig und allein das Torverhältnis macht derzeit den Unterschied zwischen dem Platz an der Sonne und dem zweiten Rang aus – will man sich auch in der Rückrunde nicht mehr von den direkten Aufstiegsplätzen verdrängen lassen.

Am Wochenende ging es für den FCM gegen die Sportfreunde Lotte. Gegen die Westfalen erwischten die Magdeburger, wie Trainer Jens Härtel bestätigte, einen Start nach Maß: „Wir sind heute sehr gut ins Spiel hineingekommen“. Bereits nach acht Minuten brachte Christian Beck seine Farben in Front, es war sein vierter Treffer in den letzten drei Partien.
Genugtuung nach Lottes Aufbegehren

„Wir wollten ein schnelles Tor machen“, freute sich der Torschütze im „MDR“. „Dass ich das gemacht habe, ist für mich persönlich umso besser.“ Der Sieg erfüllte den 29-jährigen Angreifer mit ein wenig Genugtuung, hatte „Lotte vor dem Spiel getönt, dass sie das bessere Team seien. Wir wollten heute beweisen, dass dies nicht der Fall ist. Und das ist uns eindrucksvoll gelungen.“

Christopher schießt glaube ich einmal in seinem Leben ein Tor. Ich konnte es erst gar nicht glauben.
Christian Beck über den Treffer von Mannschaftskollege Christopher Handke

Ein Treffer des Torjägers, der sich nach seiner Schaffenskrise aktuell wieder in Topform befindet, ist durchaus ein Bild ohne Seltenheitswert. Dass sich allerdings Christopher Handke, der das 2:0 für den FCM erzielte, in die Torjägerliste eingetragen hat, ist dagegen ein rares Gut. „Christopher schießt glaube ich einmal in seinem Leben ein Tor“, witzelte Beck nach Abpfiff. „Ich konnte es erst gar nicht glauben.“ In zuvor 80 Partien traf der 28-Jährige tatsächlich erst einmal (2016/17 gegen Preußen Münster), nun folgte das zweite. „Wir haben vor dem Spiel geflachst, dass es mal wieder Zeit für ein Tor von mir wird. Ich habe mir dafür ja lange Zeit gelassen“, so Handke, der sich kurz darauf über eine Einladung freuen konnte. Denn für den Treffer, so versprach Beck, „wird er sich heute Abend sicherlich feiern lassen – auf meine Kosten“.

Bevor in Magdeburg jedoch die Feiertage anstehen, gibt es noch eine Aufgabe zu erledigen. Am Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker.de) empfängt die Hertel-Elf die SG Sonnenhof Großaspach. Handke selbst ist sich sicher, dass „wir die drei Punkte hierbehalten. Dann haben wir 46 Zähler auf der Haben-Seite. Im Anschluss können wir das Jahr 2017 super abschließen und beruhigt Weihnachten feiern.“
Blick auf das Vorjahr lässt hoffen

Beruhigt Weihnachten feiern kann man in Magdeburg vor allem, wenn man einen Blick auf die Situation von vor einem Jahr wirft. Nach 19 Spieltagen stand der FCM ebenfalls auf dem zweiten Platz. Rund sechs Monate später schloss der dreimalige DDR-Meister die Spielzeit 2016/17 auf einem letztlich enttäuschenden vierten Platz ab. Nicht Magdeburg, sondern der MSV Duisburg, Holstein Kiel und auch der SSV Jahn Regensburg, der über den Umweg Relegation eine Liga höher kletterte, schafften den Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse.

Nun schaut die Konstellation nämlich wesentlich vielversprechender aus. Anstatt 33 Zähler (2016/17) sammelte die Elf von Coach Härtel in dieser Hinrunde bereits 43 Punkte und hat sich auf Rang drei einen Vorsprung von sieben Zählern erarbeitet (2016/17: ein Punkt). Und die Statistik spricht klar für Magdeburg: In der Historie der 3. Liga holten bislang fünf Teams in der Hinrunde mehr als 40 Punkte, alle fünf schafften den Sprung in die 2. Bundesliga.
Jetzt geht es um den Aufstieg in Liga zwei

Dass nun auch die Ansprüche in der Ottostadt steigen, ist klar. „Wir haben 43 Punkte, keiner kann mehr vom Klassenerhalt reden“, stellte Beck fest und richtete den Blick nach oben. „Wir wollen den Platz nicht mehr hergeben.“ Unterstützung bekam Magdeburg indes von Lotte-Trainer Andreas Golombeck, der zu seiner aktiven Zeit zwischen 2000 und 2002 die Schuhe für die Sachsen-Anhalter geschnürt hatte: „Ich wünsche dem FCM, dass sie diese Saison einfach mal aufsteigen. Sie haben zwei Jahre Pech gehabt. Mit so einem Stadion, mit solchen Zuschauern gehört so eine Mannschaft eigentlich in die zweite Liga.“

 

Quelle : http://www.kicker.de

kög

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