kicker.de vom 08.10.2015
Autor: Hans-Joachim Malli
Der FCM-Erfolgsgarant laboriert an Rückenproblemen

Nach zwölf Runden steht der 1. FC Magdeburg auf Rang sieben im Tabellen-Tableau glänzend da – auch weil sich der Aufsteiger auf seinen besten Angreifer verlassen kann. Christian Beck startet bei seinem zweiten Anlauf in der dritthöchsten Spielklasse richtig durch, konnte schon neun Treffer bejubeln und erprobte sich dabei auch als Kunstschütze. Der 27-Jährige hält seinem Verein den Rücken frei – hat zur Zeit aber Probleme mit dem eigenen.

Gut eine Stunde war im Magdeburger Heimspiel gegen den VfL Osnabrück Mitte September gespielt, als der Ball wie von Zauberhand gezogen von der linken Außenbahn zur rechten Torraumkante surrte – und dort von Zauberfuß Beck ansatzlos mit einem Scheren-Seitfallzieher ins Gästetor gejagt wurde. Das Stadion stand Kopf, die Mitspieler fassten sich wahlweise fassungslos an den Kopf (Silvio Bankert) oder verneigten sich vor dem Torjäger (Manuel Pulido), als hätte Houdini gerade seinen neuesten Trick aufgeführt.

Der „Zauberer“ kann es auch trocken

Es war ein magischer Moment für die Magdeburger – und ein Treffer wie von der Spielkonsole, der es sogar in die Auswahl zum Tor des Monats schaffte. Gleichzeitig war es übrigens auch das 2:0 im Spiel gegen Osnabrück, in dem Beck seiner Elf mit einem Doppelpack den ungefährdeten Heimsieg sicherte (3:0). Doch nicht nur Becks Prunkstücke bringen dem FCM Punkte: Zuletzt sicherte er den Hauptstädtern Sachsen Anhalts gegen Energie Cottbus in der Nachspielzeit trocken aus elf Metern einen wichtigen Zähler (2:2) – es war sein letzter von bislang neun Treffern.

Beck, der im ersten Anlauf in der 3. Liga mit seinem Heimatverein Rot-Weiß Erfurt in der Spielzeit 2009/10 noch scheiterte und nur ein einziges Spiel bestreiten durfte, hat mit dem FCM richtig eingeschlagen und liegt in der Torschützenliste dicht hinter Dresdens Tormaschine Justin Eilers (11 Treffer). „Es ist doch alles Kopfsache“, beschreibt der 1,96 Meter große Angreifer die momentane Leichtigkeit. Doch nicht nur im Kopf spielt er befreit auf, sondern auch auf dem Platz: „Zurzeit stehe ich meistens frei und werde von den Mitspielern entsprechend bedient.“

Ich habe mir hier etwas aufgebaut.
Christian Beck über den FCM, für den er schon seit 2012 stürmt

Den Kopf zerbrechen müssen sich die FCM-Verantwortlichen nicht darüber, dass der Vertrag ihrer Gallionsfigur schon 2016 ausläuft – im immer wahrscheinlicher werdenden Fall des Klassenerhalts verlängert sich der Kontrakt automatisch um ein weiteres Jahr. Und nicht nur ein Vertragswerk verbindet den Goalgetter mit Magdeburg: „Ich habe mir hier etwas aufgebaut. Ich brauche ein Umfeld, wo ich mich wohlfühle.“
Der Rücken zwickt

So richtig wohl in seiner Haut fühlt sich Beck gerade aber trotzdem nicht, weshalb die Länderspielpause nun gerade recht kommt: „Ich habe seit zwei, drei Wochen Rückenprobleme, kann derzeit nicht mit der Mannschaft trainieren und halte mich individuell fit.“

Am Wochenende im Landespokalspiel beim MSV Börde (14 Uhr) wird er deshalb pausieren und im Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund am Montag (18.30 Uhr) wohl nur auf einen Teilzeiteinsatz kommen. Bis zum nächsten Punktspiel am 18. Oktober in Aue will Beck wieder voll angreifen können – Magdeburg braucht schließlich seinen Mann für die magischen Momente.

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