Von Manuel Holscher ›

Nach seinem Jochbein- und Augenhöhlenbruch will 1.FC Magdeburg-Kapitän Christian Beck beim Hamburger SV wieder auf dem Rasen stehen.

Magdeburg l Dieses Tor war eine Befreiung. Nach einer langen Flanke ging Christian Beck am Dienstag beim Training des 1. FC Magdeburg mit Anlauf in einen Kopfball – und traf. Es war eine Szene, wie sie Beck in seiner Karriere eigentlich schon hundert Mal erlebt hat. Und trotzdem: Dieser Treffer war für ihn etwas Besonderes. Es war das erste Tor nach seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining, nach seinem Jochbein- und Augenhöhlenbruch.

Spezialmaske sitzt

Entsprechend ausgelassen feierte der FCM-Kapitän, er drehte mit ausgestreckten Armen eine Extrarunde, schrie seine Freude laut heraus. „Der erste Kopfball war für mich enorm wichtig. Ich habe gemerkt, dass nichts wehtut, dass die Spezialmaske gut sitzt und mein Gesicht schützt“, sagt Beck voller Erleichterung.

Gesichtsverletzungen in Duisburg

Anfang März war noch völlig unklar, wie lange er ausfallen würde. Beim 0:1 in Duisburg zog sich Beck bei einem Kopfballduell mit dem MSV-Spieler Enis Hajri die schweren Gesichtsverletzungen zu. Der Offensivspieler erlitt auch eine Gehirnerschütterung, kann sich bis heute nicht mehr an den Zusammenstoß erinnern. Nach einer Operation in Essen kämpfte sich Beck aber schneller als geglaubt zurück.

Der erste Treffer nach der Verletzung gibt ihm jetzt die erhoffte Sicherheit, dass er bereits am kommenden Montag (20.30 Uhr) beim Hamburger SV wieder auf dem Rasen stehen könnte. „Das wäre eine Sensation“, sagt FCM-Trainer Michael Oenning zwar.

Besonderes Spiel für den FCM

Es ist aber ein Spiel, dem Beck ganz besonders entgegenfiebert. „Vor wenigen Jahren war es undenkbar, dass wir beim HSV ein Ligaspiel bestreiten. Hamburg spielte schließlich in der ersten Liga, wir nur in der Regionalliga. Damals haben wir uns gefreut, als der Hamburger SV mal zu einem Testspiel zu uns kam“, erinnert sich Beck, der seit Januar 2013 für den FCM aufläuft.

Die Zeiten der Bewunderung sind vorbei. Magdeburg spielt mit Hamburg gemeinsam in der 2. Bundesliga, das Hinspiel in der MDCC-Arena verlor der Club nur knapp mit 0:1. Am Montag erwartet den FCM im Volksparkstadion eine ganz spezielle Atmosphäre. „Rund 6000 Magdeburger werden mit dabei sein, das Stadion ist mit mehr als 50 .000 Zuschauern voll“, schwärmt Beck. „Das haben wir uns hart erarbeitet, darauf können wir stolz sein. Wir werden uns am Montag in Hamburg zerreißen, wollen den Fans für ihre treue Unterstützung etwas zurückgeben.“

Beck testet weiter

Ob der Kapitän dann auch wirklich auf dem Rasen stehen wird, wird er letztendlich selbst entscheiden. Nach den Belastungsproben im Training und gestern im Test gegen den Oberligisten Luckenwalde will er die kommenden Tage noch abwarten. „Auch wenn die ersten Eindrücke gut waren, werde ich in den kommenden Tagen noch weiter testen, ob ich schmerzfrei bleibe. Es ist wichtig, dass ich in Hamburg zu hundert Prozent fit bin, sonst würde es keinen Sinn ergeben.“

Ob mit oder ohne Beck – der Stürmer ist davon überzeugt, dass der Club beim HSV keinesfalls chancenlos ist. „An einem guten Tag können wir dort etwas mitnehmen. Hamburg hat viel mehr Druck als wir, weil jeder davon ausgeht, dass der HSV gegen uns gewinnt“, sagt Beck. Und: „Im Kampf um den Klassenerhalt zählt jeder Punkt, egal gegen welchen Gegner wir spielen.“

Daumendrücken für den SCM

Ein mögliches Pokalfinale des SC Magdeburg müssten Beck und Co. am Sonntag übrigens im FCM-Mannschaftsbus verfolgen. „Wir sind dann gerade auf dem Weg ins Mannschaftshotel nach Hamburg. Leider geht es diesmal nicht anders“, sagt Beck. „Wir würden das Spiel aber auf jeden Fall im Bus schauen. Wir drücken den Jungs die Daumen. Ich glaube fest daran, dass sie es schaffen.“

Beim FCM gibt es einige Spieler, die mit den Handballern mitfiebern – und auch immer mal wieder in der Getec-Arena bei den Spielen dabei sind. „Björn Rother, Nils Butzen, Michel Niemeyer, Alexander Brunst, Nico Hammann und ich sind bei SCM-Heimspielen, wenn es die Zeit erlaubt“, erzählt Beck.

Beck beim letzten Pokalsieg des SCM dabei

Im Jahr 2016, als der SC Magdeburg den DHB-Pokal gewann, war Christian Beck sogar in Hamburg in der Halle, jubelte seinem Kumpel Matthias Musche zu. Seit Jahren treffen sich beide auch regelmäßig abseits des Rasens oder der Platte. Beck schwärmt noch immer von den Live-Eindrücken rund um den SCM-Pokalsieg. „Es war ein tolles Erlebnis, eine super Stimmung. Wenn der SCM so aggressiv wie damals spielt und Matthias wieder gut drauf ist, dann holen die Jungs den Pokal nach Magdeburg.“

Die Aussicht auf einen Magdeburger Doppeltriumph in Hamburg motiviert Christian Beck zusätzlich. Denn: „Diese Spiele sind für ganz Magdeburg ein Highlight. Jeder freut sich darauf. Es wäre eine schöne Sache, wenn beide Teams Erfolge feiern und Magdeburg positiv nach Hamburg blicken kann.“

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