Von Manuel Holscher ›

Der 1. FC Magdeburg ist beim Hamburger SV zwar nur Außenseiter. Trotzdem gibt es für den FCM auch Grund zum Optimismus.

Magdeburg l Christian Beck nimmt seinen neuen Gesichtsschmuck mit Humor. Nach seinem Jochbein- und Augenhöhlenbruch Anfang März muss der Kapitän des 1. FC Magdeburg zum Schutz momentan eine schwarze Spezialmaske tragen. Im sozialen Netzwerk Instagram veröffentlichte er ein Bild, auf dem er sich wegen eben jener Maske mit der Comicfigur „Batman“ verglich. Im Spiel beim Hamburger SV könnte der Kapitän für den FCM zum Trumpf werden. Und es gibt noch andere Dinge, die am Montag für den Club sprechen.

Spielerische Leistungen: Nach den 0:1-Niederlagen in Duisburg und gegen Sandhausen lag der FCM am Boden. Zu schlecht, zu uninspiriert waren die Vorstellungen. Beim 1:1 in Dresden und vor allem beim 0:0 gegen Heidenheim zeigte der Club aber, was spielerisch in ihm steckt. Die Formkurve sieht wieder etwas besser aus. „Die Art und Weise, wie die Mannschaft gespielt hat, ist zuletzt gut gewesen. Das zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, betont FCM-Sportchef Maik Franz. Auch Mittelfeldstratege Jan Kirchhoff ist optimistisch: „Wir haben gegen Heidenheim sauber und gut durch das Mittelfeld gespielt. Da war eigentlich alles auf dem Feld, was wir haben wollen. Nur das Tor hat gefehlt.“

Abwehr: Die FCM-Defensive ist im Jahr 2019 ein Bollwerk. Das Team kassierte bisher nur sechs Gegentreffer in neun Spielen – das ist Liga-Spitze. FCM-Trainer Michael Oenning hat die in der Hinrunde wackelige Defensive stabilisiert, er hat die dringend benötigte Balance gefunden. „Wir lassen nur wenig Torchancen zu, stehen sicher. Das ist eine wichtige Grundlage“, sagt er. Mit Tobias Müller und Dennis Erdmann haben sich zwei Innenverteidiger gefunden. „Wir passen richtig gut zusammen, ergänzen uns super“, sagt Erdmann.

Teamgeist: Ein großer Unterschied im Vergleich zur Hinrunde ist, dass sich die Spieler unter Oenning wieder als echtes Team präsentieren. Das war im ersten Saisondrittel noch anders. Selbst nach den Rückschlägen der vergangenen Wochen wird das Miteinander hervorgehoben. „Nur als Team bleiben wir in der Liga – und wir sind ein Team“, versichert Dennis Erdmann. Auch der zum Rechtsverteidiger umfunktionierte Björn Rother lässt keinen Zweifel am Zusammenhalt aufkommen. „Die Mannschaft lebt, wir kämpfen füreinander, helfen uns. Die Truppe ist intakt. Das kann in dieser Phase entscheidend sein.“

Torjäger: Die Rückkehr von Christian Beck hat dem FCM einen Schub gegeben. Gerade einmal vier Wochen nach seinem Jochbein- und Augenhöhlenbruch stand der Kapitän wieder auf den Trainingsplatz. Nach dem 5:1 im Test gegen den Oberligisten FSV Luckenwalde gab Beck grünes Licht für einen Einsatz in Hamburg. „Ich hatte bei den ersten Kopfbällen keine Probleme. Das war wichtig für mich. Ich bin bereit und kann gegen den HSV spielen“, sagt er.

Trainer Oenning freut sich über die Rückkehr. „Es steht außer Frage, dass Christian sehr gefehlt hat. Er wird in Hamburg auf jeden Fall im Kader sein“, versichert der Coach. Ob Beck sogar direkt in der Startelf durchstartet, ist offen.

Hamburger SV: Es klingt kurios, aber der kommende Gegner selbst ist ein Grund, der dem FCM Mut machen kann. Der Hamburger SV ist nämlich alles andere als heimstark. Zuletzt unterlag der Verein trotz einer 2:0-Halbzeitführung noch mit 2:3 gegen Darmstadt. In dieser Saison kassierte der HSV bereits drei Heimniederlagen und traf in 13 Spielen nur 16 Mal.

„Wir haben ein gemeinsames Ziel. Wir fahren nach Hamburg, um dieses Spiel zu gewinnen“, sagt Oenning, der selbst früher Trainer beim HSV war. Hamburgs Torjäger Pierre-Michel Lasogga kann sich in diesem Zusammenhang schon mal auf eine intensive Betreuung einstellen. Oenning hat einen klaren Plan: „Lasogga darf gar nicht erst in den Strafraum kommen. Wir wollen ihm von Anfang an seine Stärken nehmen.“

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