Volksstimme vom 24.11.2015
Autor: Uwe Tiedemann
FCM Sportchef Kallnik analysiert Unterschiede / Gegen VfB Stuttgart II 10 000 Karten weg

Fußball-Drittligist 1. FC Magdeburg wartet nach dem 0:1 bei der SG Sonnenhof Großaspach weiter auf den ersten Auswärtssieg. Auf die Frage, woran es liegt, dass es daheim deutlich besser läuft als in der Fremde, antwortete Sportchef Mario Kallnik: „An der Entschlossenheit.“

Magdeburg l In der MDCC-Arena wurden in acht Begegnungen bislang 19 Punkte eingefahren (sechs Siege, ein Remis, eine Niederlage), auswärts in neun Anläufen dagegen deutlich weniger (fünf Remis, vier Niederlagen).

„Der Wille kann bekanntlich Berge versetzen. Zu Hause tritt die Mannschaft, noch dazu getragen vom Publikum, deutlich entschlossener auf“, sagte Kallnik, der allerdings darauf verwies, dass auswärts oftmals nur Kleinigkeiten gefehlt hätten: „Es ist ja nicht so, dass wir in fremden Stadien etwa zerlegt worden sind, sondern dass es wie jetzt gegen Sonnenhof Großaspach äußerst eng zugeht.“ Und der 41-Jährige hat noch etwas festgestellt: „Die Schiedsrichter-Entscheidungen sind häufig gegen uns ausgefallen. Besonders krass war es bei den Stuttgarter Kickers, wo uns ein klares Tor aberkannt wurde.“

Auf eine bestimmte Punktzahl bis zur Winterpause (noch vier ausstehende Begegnungen) wollte sich Kallnik nicht festlegen: „An solchen Spekulationen beteilige ich mich nicht. Es geht nur darum, die Klasse zu halten. Und dafür sind mindestens 43 Punkte notwendig. Je schneller wir die erreichen, desto besser.“

Die nächste Gelegenheit, das Konto aufzustocken, bietet sich bereits am kommenden Sonnabend (14 Uhr, MDCC-Arena) gegen den VfB Stuttgart II. Einen Zuschauereinbruch wegen des herannahenden Winters befürchtet Kallnik dabei jedoch nicht: „Auch für dieses Spiel sind bereits mehr als 10 000 Karten im Vorverkauf abgesetzt worden.“

Und es droht auch kein Spielausfall. Kallnik: „Nur wenn Tribünen vereist sein sollten, müssen wir absagen. Ansonsten wird gespielt, weil die Arena über eine Rasenheizung verfügt, die wir beim DFB angegeben haben und die nach verschiedenen Probeläufen auch funktioniert.“

Auf alle Fälle ist der von vielen befürchtete Substanzverlust – oder gar Einbruch – der Mannschaft (bislang) ausgeblieben. Auch für Kallnik alles andere als selbstverständlich: „Das ist schon außergewöhnlich, wie wir mit Leidenschaft, Motivation, Aggressivität und Kampfeswillen in allen Spielen dagegengehalten haben.“

Das belegt auch die Statistik. Alle fünf Niederlagen fielen denkbar knapp aus (1:2 in Köln, 0:1 bei den Stuttgarter Kickers, 1:2 gegen Aalen, 2:3 in Dresden und jetzt 0:1 in Großaspach).

Immer wieder loben die gegnerischen Trainer dabei die Kompaktheit des FCM, der inzwischen die taktischen Vorgaben von Trainer Jens Härtel immer besser umsetzt, vor allem in der Defensive. Ein Beispiel aus Großaspach: Als Manuel Farrona-Pulido in der 35. Minute bis fast an die eigene Grundlinie zurücklief und gegen Tobias Schröck sogar noch einen Freistoß herausholte, gab es von Härtel spontan anerkennenden Beifall. Genauso will er seinen Dribbelkönig, der sich in der Offensive wesentlich wohler fühlt, sehen.

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