Etwas ratlos trat Drittligist 1. FC Magdeburg die Heimreise nach dem 1:4 in Großaspach an. Wie vor einem Jahr ging der Start daneben.

Von
Manuel Holscher

Magdeburg l Bei der Aufarbeitung der Niederlage suchten Trainer und Spieler vor allem nach guten Ansätzen.

Nils Butzen hatte nach der Auftaktniederlage des FCM in Großaspach eine einfache Erklärung parat. „Das waren drei Traumtore von Großaspach“, sagte er. „Da muss man sich ehrlich eingestehen, dass man solche Treffer nicht jede Woche sieht.“

Der Mittelfeldspieler rang um eine Erklärung für den Fehlstart, die ihm allerdings sichtlich schwer fiel. „Wir haben eigentlich kein schlechtes Spiel gemacht. Wie soll ich jemandem erklären, dass das so war, wenn man das Ergebnis sieht“, sagte Butzen. „Die Art und Weise ist bitter. Das war aber vor einem Jahr schon so und wir haben uns da auch wieder herausgezogen.“

Alles anders nach dem Rückstand

Der Konjunktiv ist bekanntlich der Feind eines jeden Sportlers. So stellte FCM-Trainer Jens Härtel nach der Partie fest, „dass das Spiel sicher ganz anders gelaufen wäre, wenn wir in Führung gegangen wären“.

Dass es dazu nicht kam, hatte viele Ursachen. Zwar hatte der Club über die gesamte Spielzeit häufig den Ball, anstatt sich aber zwingende Chancen zu erspielen, fehlte die letzte Zielstrebigkeit zum gegnerischen Tor. „Was bringt uns der ganze Ballbesitz, wenn wir keine Chancen kreieren. Wir waren in den entscheidenden Situationen nicht da “, kritisierte auch Härtel.

Positiv war in der ersten Halbzeit, dass der FCM versuchte, den Ball nicht nach vorne zu dreschen, sondern gepflegt das Spiel aufzubauen. Dabei ergaben sich einige Szenen, die, wenn es den letzten Zug zum Tor gegeben hätte, gefährlich geworden wären. „Diese Chancen müssen wir sicherlich noch besser ausspielen. Der Ansatz war aber schon gut“, sagte Butzen. Auch das Gegenpressing funktionierte über weite Strecken, deshalb hatte der FCM Großaspach bis zum ersten Gegentor klar im Griff.

Gerade nach dem Rückstand ließ sich das Härtel-Team allerdings immer noch dazu hinreißen, den Ball aus der Defensive lang nach vorne zu schlagen, wenn nicht gleich jemand anspielbar war.

Probleme bei der Abstimmung

Problematisch war auch die Abstimmung. Neuzugang Steffen Schäfer fand sich in der Dreierkette noch nicht zurecht. In einigen Situationen standen sich Schäfer, der nicht immer seine Position hielt, und Björn Rother oder Michel Niemeyer auf den Füßen. Nach der Pause waren die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen dann wieder zu groß. „Wir müssen noch weniger Fehler machen“, forderte Härtel.

Der Trainer und Butzen hoben hervor, dass sich die Mannschaft aber trotz des hohen Rückstandes nicht aufgab. So hatte Felix Lohkemper, der nicht nur wegen seines Tores gute Ansätze zeigte, in den Schlussminuten noch eine vielversprechende Aktion, als er den Ball eigentlich auf Philip Türpitz hätte quer spielen müssen. Er versuchte es aber selber und scheiterte mit einem völlig verunglückten Schuss an Groß-aspachs Keeper Kevin Broll. Diese Szene war schließlich bezeichnend für das Auftaktspiel des FCM.

Angeschlagene Spieler: Michel Niemeyer musste nach einem Schlag gegen die Achillessehne in der Halbzeit in Großaspach ausgewechselt werden. „Ich weiß noch nicht genau, wie schlimm es ist“, sagte er nach dem Spiel. Sein linker Fuß wurde verbunden. Angeschlagen war auch Felix Lohkemper, der Probleme mit dem rechten Bein hatte. Beide hatten dann am Montag eine MRT-Untersuchung, bei der aber Entwarnung gegeben werden konnte.

3 Antworten zu “Aufarbeitung nach dem FCM-Fehlstart”

  1. Barista sagt:

    „hätte,wenn und wäre, Glück, Pech, Traumtore, Sonntagsschüsse…“ AUFARBEITUNG nennt man das also heutzutage? Fehlen eigentlich nur noch „Schiedsrichter, Wind u. Platzverhältnisse…“

    „Wir müssen noch weniger Fehler machen“, forderte Härtel.““
    Danke, auf diesen substantiellen Lösungsansatz wäre ich jetzt echt nicht alleine gekommen. Kann es sein, daß sie so langsam mit ihrem Latein am Ende sind?

    „Nach der Pause waren die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen dann wieder zu groß.“
    Falsch! Man hat sich wieder kompakt auf einem Bierdeckel versammelt. Vorne hat man sich selbst angeschossen (Sowislo,Beck), hinten hat man den kompletten Rückraum entblößt (siehe 0:2)

  2. Ralko sagt:

    Scharf und würzig nenne ich den Kommentar von Barista. Allerdings steckt die eine oder andere Wahrheit drin.
    Ich bin aber sicher, dass die Aufarbeitung intern nicht dem entspricht, was in Satzform gekleidet der Presse hingeworfen wird. Da arbeitet man durchaus professioneller.
    Und nach einem Auftritt muss auch nicht gleich der Kopf in den Sand.
    Samstag werden wir sehen, wie es anders geht!

  3. Barista sagt:

    Denke auch, daß intern etwas anders gesprochen wird. Ist aber trotzdem witzig, daß es nach jedem noch so glücklichen Zittersieg heißt:“Nur das Ergebnis zählt, das WIE ist scheißegal“. Nach jeder Klatsche ist es genau andersrum, da ist das ERgebnis auf einmal egal, und das WIE war doch eigentlich ganz toll.
    Und Samstag rechne ich auch mit einem besseren Ergebnis, RWE traue ich auch diese Saison nicht allzuviel zu. Allerdings schaue ich immer auf das WIE, egal ob Sieg oder Niederlage.

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