Wie sich der FCM und Bayer 1994 den Gewinn aus dem DFB-Pokalspiel teilten / Calmund großzügig

Magdeburg Geschichten, die das (Fußball)-Leben schreibt: 21 Jahre sind ins Land gegangen, seit sich im DFB-Pokal die Wege des FCM und von Bayer Leverkusen erstmals kreuzten. Die Magdeburger hatten in Runde 1 ein Freilos, warfen in der 2. Runde den Wuppertaler SV nach Elfmeterschießen 8:7 aus dem Rennen und trafen in der dritten Runde auf Leverkusen. Dass der seinerzeit von Frank Engel trainierte FCM 1:5 unterlag (das zwischenzeitliche 1:2 war ein sehenswertes Freistoßtor von Dirk Grempler) ist ebenfalls bekannt.

Von einer Begegnung, die es verdient, aus dem Dunkel der Geschichte ins Licht der Gegenwart gerückt zu werden, berichtet der kürzlich in den Ruhestand getretene Ex-FCMGeschäftsstellenleiter Bernd Tiedge: 6000 Fans waren im Herbst 1994 Augenzeugen des FCM-Sieges über Wuppertal im alten Ernst-Grube-Stadion. Als dann die Partie gegen Leverkusen bevorstand, meldete der DFB plötzlich Bedenken wegen des „maroden Bauzustandes“ des Grubestadions an.

Reiner Calmund, damals Bayer-Manager, hatte Wind davon bekommen und Tiedge kurzerhand angeboten, in Leverkusen zu spielen, einen Sonderzug für 1000 FCM-Fans zu bezahlen, die finanziellen Aufwendungen des FCM zu übernehmen „und sogar noch etwas draufzulegen“. Das könne man, entgegnete Tiedge, den FCM-Fans nicht antun. Mit Unterstützung des damaligen Innenministers schafften es das Land und die Stadt Magdeburg, die maroden Aufgänge zu sanieren, sämtliche Sitzflächen zu erneuern und so den DFB ruhigzustellen. Calmund, einen Tag vor dem Spiel angereist, besichtigte mit Tiedge das Grubestadion und bewunderte den damals erstklassigen Rasen.

Zwei Tage nach dem Spiel meldete sich Calmund telefonisch und fragte Tiedge nach den Kosten und dem Gewinn, den sich damals bekanntlich beide Vereine teilten. 300000 DM standen nach Abzug aller Kosten auf der Habenseite. Calmund kurzentschlossen: „Gib mir einen Scheck über 50000 DM. Den Rest könnt ihr behalten …“

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