Malte Zander, dpa


Der 1. FC Magdeburg steht vor der sechsten Saison in der 3. Fußball-Liga und der dritten Spielzeit nach dem Zweitligaabstieg 2019. Glaubt man dem Urteil der Trainer, dürfen sich die Fans der Elbestädter auf eine erfolgreiche Saison freuen. Der FCM sammelte nach Braunschweig (16), dem TSV 1860 München (15) und dem 1. FC Kaiserslautern (9) mit sechs Nennungen die viertmeisten in der traditionellen Trainerumfrage des DFB nach den Aufstiegsfavoriten.

So sieht Saarbrückens Uwe Koschinat den FCM genauso in der Spitzengruppe wie auch Michael Köllner vom TSV 1860 und Petr Ruman, Chefcoach von Türkgücü München: „Nach seiner sehr starken Rückrunde gehört der 1. FC Magdeburg, bei dem Trainer Christian Titz sehr gute Arbeit leistet, zu den Aufstiegsaspiranten.“ Titz selbst war deutlich zurückhaltender. „Nachdem der FCM in den vergangenen drei Jahren jeweils gegen den Abstieg gespielt hat, möchten wir uns als Team stabilisieren und unser Spiel mit und gegen den Ball weiterentwickeln“, erklärte Magdeburgs Trainer auf dfb.de.

Blickt man auf die 14 Abgänge, die Magdeburg nach der Saison zu verzeichnen hatte, erscheint das Urteil der Konkurrenz ein wenig unverständlich. Denn mit dem langjährigen Torjäger Christian Beck (149 Pflichtspieltreffer), Stammtorwart Morten Behrens und Sören Bertram befinden sich durchaus klangvolle Namen darunter. Doch aus der Stammformation unter Titz, der erst im Februar 2021 den Trainerjob in Magdeburg übernommen hat, sind fast alle Spieler weiter mit dabei. Ausnahmen sind eben Behrens und Thore Jacobsen, die beide in die 2. Bundesliga wechselten und nicht zu halten waren. Dagegen konnte der Club den Vertrag mit Top-Scorer Baris Atik (sieben Treffer und acht Torvorlagen in 15 Drittligapartien) trotz höherklassiger Angebote verlängern.

So ist der Umbruch eher eine strategische Weiterentwicklung: Waren die Abgänge im Schnitt 26,8 Jahre alt, kommen die 14 Neuzugänge auf ein Durchschnittsalter von 21,8 Jahren. Die neu verpflichteten Spieler wechselten zumeist aus den Nachwuchsleistungszentren der Bundesliga zum FCM und ergänzen die bisherige Stammformation gut.

Die Magdeburger spielten eine gute Vorbereitung. In sechs Tests gab es zwei Unentschieden und vier Siege. Besonders gegen die Zweitligisten Erzgebirge Aue (2:1) und Hannover 96 (4:2) brillierte die Titz-Truppe und dominierte die höherklassigen Gegner phasenweise. Ein Wermutstropfen allerdings: In keinem Test stand die Null, immer kassierte der FCM mindestens ein Gegentor.

Grundsätzlich war Titz mit der Vorbereitung zufrieden: „Wir sind als Team sehr gut zusammengewachsen, können über die gesamte Spielzeit laufen und versuchen, mutig Fußball zu spielen“, sagte der 50-Jährige. Dennoch weiß auch Titz, dass „wir aber Samstag gegen Mannheim wieder bei null beginnen.“

Ein Pfund, mit dem der FCM zumindest teilweise wieder wuchern kann, werden die Zuschauer in der heimischen MDCC-Arena sein. 15 000 Besucher sind zu den Heimspielen zugelassen, solange die pandemische Lage es zulässt. 10 500 verkaufte Dauerkarten belegen die Euphorie im Umfeld, die die Titz-Elf auch mit ihrer offensiv orientierten Spielweise ausgelöst hat. Kommt Magdeburg von Beginn an ins Rollen, könnten die Vorhersagen der Konkurrenz eintreten.

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